Das Heilige Grab in der Stephanuskirche

Heiliges Grab im Chorraum
Stein ist die einzige Kirche im ganzen Enzkreis, die über ein Heiliges Grab verfügt.
Heilige Gräber gibt es viele, aber nicht auf dem Lande bei uns, sondern eher in den Städten.
In Pforzheim gab es ein Heiliges Grab im Dominikanerkloster, heute kann ein solches noch in Herrenalb besichtigt werden.

Das Heilige Grab in der Stephanuskirche ist eine schmale Nische auf der Südseite der Kirche. In diese Nische wurde um 1490 eine Christusfigur flach liegend eingelassen. Mit dem Kopf so, dass sie aufstehend nach Osten blickt.
An der Wand des Heiligen Grabes, wo der Putz abgeschlagen ist, waren Wandmalereien. Dargestellt wurden die trauernden Frauen am Grab. Leider ist diese Wandmalerei nicht mehr vorhanden, sie wurde wohl im 17. Jahrhundert entfernt.

Es gibt zwei Typen von Heiligen Gräbern:
Der Visitatio-Typus – häufig auf dem Lande – ist ein Akt der Heiligen-Grab-Verehrung, der die Auferstehung in den Mittelpunkt stellt, also ein Grab, das man vor allem in der Osternacht von Samstag auf Sonntag in der Liturgie nutzte.
In den Städten hingegen, also in Pforzheim oder Durlach, haben die Heiligen Gräber, sofern vorhanden, nie diesen Typus, sondern den, bei dem die Grablegung, also den Karfreitag den Mittelpunkt bildet.
 
Der Grund für diese Unterschiede ist bis heute nicht geklärt.