Kantatengottesdienst

 
 

Feierlich und würdevoll

 
  Steiner Stephanuskantorei, Orchester und Solisten führen zwei Kantaten auf  
   
  Feierlich, festlich, würdevoll: So klingt es, wenn die Steiner Stephanuskantorei singt. „Nichts soll uns scheiden von der Liebe Gottes.“ Markant, kompromisslos, fast wie ein Fels in der Brandung, steht dieser Zwischenruf im Mittelpunkt von Dietrich Buxtehudes gleichnamiger Kantate und bringt die Gewissheit des christlichen Glaubens zum Ausdruck. Unterstützt von Mitgliedern des Pforzheimer Bachorchesters, Bezirkskantor Wolfgang Bürck an der Orgel und Mezzosopranistin Marie-Kristin Schäfer tragen die rund 20 Sänger das Stück des Barockkomponisten bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Steiner Stephanuskirche vor. Ganz in Schwarz gekleidet, nehmen sie vor dem Altar Aufstellung, die Augen auf Ulrike Rothen gerichtet. Sie hat das Kommando. Seit Januar leitet sie die Kantorei und am Sonntgagmorgen das ganze Konzert.      
  Als Rothen das Zeichen gibt, geht es los. Der Chor fängt an zu singen, dann Marie-Kristin Schäfer. Mit ihrem substanzreichen Mezzosopran den Kirchenraum voll ausfüllend, nennt sie in den ersten beiden Strophen von Buxtehudes Kantate die Zweifel, die den Glauben infrage stellen können: Dinge wie Tod, Gefahr, Hunger. Die dritte, von der Stephanuskantorei nuanciert zum Vortrag gebrachte Strophe verweist auf den Grund der Glaubenszuversicht. Von Gottvertrauen handelt auch die zweite Kantate des Konzerts: Felix Mendelssohn Bartholdy hat das um 1640 von Georg Neumark gedichtete Lied „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ vertont und verdichtet: Auf ein ruhiges, besinnliches Gebet folgt das vom Chor mehrstimmig vorgetragene Ringen um Vertrauen. Schön harmonieren die Stimmen, verschmelzen zu einem Ganzen, während sich das beweglich agierende Orchester im Hintergrund hält.  

  Die Arie gibt Schäfer erneut Gelegenheit, ihren Mezzosopran zur Geltung zu bringen, geschmückt mit leichtem Vibrato. In hellem, strahlendem A-Dur endet die Kantate.   
  Und während die starke Herbstsonne durch die bunten Fenster fällt und den Kirchenraum in warmes Licht taucht, greift Ulrike Rothen immer wieder zu ihrer Querflöte, bei Johann Sebastian Bachs Suite Nr. 2 in h-Moll weite Melodienbögen ausspannend, begleitet vom Orchester.   

  Musik gebe einen unerschütterlichen Impuls, an Gott festzuhalten, sagt Pfarrerin Gertrud Diekmeyer, die den Gottesdienst mit Marianne Kuhn und Prädikant Jürgen Klein gestaltet
Nico Roller, Fotos J. Klein